Berlin, 15. Juni 2026, ab 18:00 und 19:30 Uhr: Zwei Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des Genozids an den Aramäern (Ost- und Westsyrern) im Osmanischen Reich

EINLADUNG
zum Gedenken an die Opfer des Genozids an den Aramäern (Ost- und Westsyrern) im Osmanischen Reich am 15. Juni 2026
Der Völkermord an den Aramäern (den syrischen Christen) im Osmanischen Reich sowie im zeitweilig von osmanischen Streitkräften besetzten Iran während der Jahre 1914 bis 1918 ist integraler Bestandteil der Vernichtung von über drei Millionen Christen während der letzten Dekade osmanischer Herrschaft. Im Gedächtnis der aramäischen Überlebenden und ihrer Nachfahren wird dieses Verbrechen als Sayfo erinnert. Als Beginn des Völkermords an den Armeniern gilt der 24. April 1915, als das nationalistische Regime der Jungtürken über zweitausend armenische Intellektuelle, Politiker und Geistliche in Konstantinopel festnehmen, deportieren und größtenteils töten ließ. Es folgten Massaker, die gegen die gesamte armenische Bevölkerung gerichtet waren, und Deportationen in die nordsyrischen Wüsten.
Die Ideologie, die zu diesem Verbrechen führte, richtete sich nicht allein gegen Armenier, sondern gegen alle christlichen Bevölkerungsgruppen, einschließlich der Aramäer, die zur Syrisch-Orthodoxen Kirche, zur Syrisch-Katholischen Kirche, zur Apostolischen Kirche des Ostens (Assyrische Kirche) und zur Chaldäischen Kirche gehören. Für diese Denominationen wurde auf Initiative der NISIBIN – Stiftung für Aramäische Studien und auf Beschluss der Synoden der Syrisch-Orthodoxen und der Syrisch-Katholischen Kirche der 15. Juni als fester Gedenktag eingesetzt. An diesem Tag im Jahr 1915 erreichte die Vernichtung die Stadt Nisibis, die im Gedächtnis des Volkes als Stätte der theologischen Bildung, Wissenschaft und Kultur gilt.
Sehr herzlich laden wir Sie auch in diesem Jahr zum Gedenken ein:
Montag, 15. Juni 2026
18:00 Uhr Gedenkveranstaltung an der Ökumenischen Gedenkstätte für Genozidopfer im Osmanischen Reich
Ev. Luisenkirchhof III, Fürstenbrunner Weg 37-67, 14059 Berlin Charlottenburg
Im Programm sind Ansprachen, Kranzniederlegungen und eine Andacht vorgesehen.
19: 30 Uhr Vortrag von Dr. Otmar Oehring: Mardin – die heroische Stadt, Bericht des Dominikaners Hyacinthe Simon, der den Genozid in Mardin erlebt hat
Syrisch-Orthodoxe Mor Afrem Kirche, Mindener Str. 1, 10589 Berlin Charlottenburg
Veranstalter: Fördergemeinschaft für eine Ökumenische Gedenkstätte für Genozidopfer im Osmanischen Reich (FÖGG e.V.) – Syrisch-Orthodoxe Kirche in Berlin
Kontakt: mu.tanriver@gmail.com



